Wer schon einmal eine Rückennummer auf einem Trikot angefasst hat, kennt Flexdruck – die glatte, leicht glänzende Schicht, die sich deutlich vom Stoff abhebt. Flex- und Flockdruck sind Folienverfahren: Das Motiv wird nicht gedruckt, sondern aus farbiger Folie geschnitten und aufgepresst.
So funktioniert Flex- & Flockdruck
- Design vorbereiten: Das Motiv wird als Vektorgrafik angelegt – nur klare Konturen lassen sich schneiden.
- Folie schneiden: Ein Schneidplotter schneidet das Motiv spiegelverkehrt aus der Folie.
- Entgittern: Alles, was nicht zum Motiv gehört, wird von Hand aus der Folie entfernt – bei filigranen Designs echte Feinarbeit.
- Heißpressen: Unter Hitze und Druck verbindet sich die Folie dauerhaft mit dem Textil.
Flex oder Flock – der Unterschied
Flexfolie ist dünn, glatt und leicht glänzend. Flockfolie hat eine samtige, fast textile Oberfläche mit spürbarer Tiefe – der klassische „Retro-Trikot“-Look. Beide halten ähnlich lange; die Wahl ist vor allem eine Frage der Optik und Haptik.
Die Stärken
- Gestochen scharfe Kanten: Geschnittene Konturen sind absolut randscharf – ideal für Schriften, Nummern und Logos.
- Sehr belastbar: Hochwertige Folien überstehen 50 und mehr Wäschen, oft auch bei 60 °C – deshalb sind sie im Sport Standard.
- Deckend auf jedem Untergrund: Auch kräftige Folienfarben auf schwarzem Stoff – ganz ohne Grundierung.
- Einzelstück-tauglich: Ohne Einrichtungskosten eignet sich das Verfahren ab einem Stück, etwa für einzelne Spielernamen.
Die Grenzen
- Ein Motiv, eine Farbe: Jede Farbe ist eine eigene Folienschicht. Ab zwei, drei Farben wird es aufwändig – Fotos und Verläufe sind unmöglich.
- Fühlbare Auflage: Die Folie liegt auf dem Stoff und ist deutlich spürbar.
- Detailgrenze: Sehr feine Linien und Elemente unter etwa zwei Millimetern lassen sich nicht sauber schneiden und entgittern.
Typische Einsatzbereiche
Trikotnummern und Spielernamen, einfarbige Vereins- und Firmenlogos, Schriftzüge auf Arbeitskleidung – überall dort, wo klare Konturen, hohe Waschbeständigkeit und kräftige Einzelfarben gefragt sind.
Pflege
Auf links waschen, nicht direkt auf der Folie bügeln, Trockner nur schonend – dann halten Flex und Flock viele Jahre.
Flex & Flock im Vergleich
Sobald ein Motiv mehrfarbig oder fotorealistisch wird, übernehmen digitale Verfahren: DTF-Transferdruck und Digitaldruck drucken jede Datei ohne Farblimit. Für Großserien mit wenigen Farben bleibt Siebdruck gesetzt, für den edlen 3D-Look die Stickerei.