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Druckwissen

Siebdruck: So funktioniert das Verfahren – und wann es sich lohnt

Brillante Farben, unschlagbare Haltbarkeit, aber Einrichtungskosten pro Farbe: wie Siebdruck funktioniert und für welche Auflagen er gedacht ist.

Siebdruck ist das älteste und bekannteste Verfahren im Textildruck – und bis heute der Maßstab, wenn es um Farbbrillanz und Haltbarkeit bei großen Auflagen geht. Wer verstehen will, warum Band-Shirts aus den Neunzigern heute noch lesbar sind, landet fast immer beim Siebdruck.

So funktioniert Siebdruck

Der Name verrät das Prinzip: Gedruckt wird durch ein feinmaschiges Gewebe – das Sieb. Für jede Farbe des Motivs wird ein eigenes Sieb vorbereitet, auf dem eine Schablone die Stellen abdeckt, an denen keine Farbe durchgelassen werden soll.

  • Sieb erstellen: Das Motiv wird farbweise getrennt und per Belichtung auf beschichtete Siebe übertragen.
  • Farbe vorbereiten: Textilfarben werden angemischt – auf Wunsch exakt nach Farbvorgabe, etwa Pantone.
  • Drucken: Eine Rakel streicht die Farbe durch die offenen Stellen des Siebs direkt auf den Stoff, Farbe für Farbe.
  • Fixieren: Im Trockenkanal wird die Farbe bei Hitze dauerhaft mit der Faser verbunden.

Die Stärken

  • Extrem langlebig: Ein sauber ausgeführter Siebdruck übersteht weit über 100 Wäschen, ohne merklich zu verblassen – kein anderes Druckverfahren hält länger.
  • Brillante, deckende Farben: Die Farbschicht ist kräftig und deckt auch auf dunklen Textilien hervorragend.
  • Exakte Farbwiedergabe: Vereinsgrün oder Firmen-CI lassen sich präzise anmischen.
  • Wirtschaftlich bei Menge: Sind die Siebe einmal erstellt, sinkt der Stückpreis mit jeder gedruckten Einheit deutlich.

Die Grenzen

  • Einrichtungsaufwand: Jede Farbe braucht ein eigenes Sieb. Diese Fixkosten machen kleine Auflagen unverhältnismäßig teuer.
  • Begrenzte Farbanzahl: Wirtschaftlich sinnvoll sind meist ein bis vier Farben. Fotorealistische Motive mit Verläufen sind nur über aufwändige Rasterung möglich.
  • Mindestmenge: Als Faustregel gilt: Unter etwa 20 gleichen Stücken ist ein digitales Verfahren fast immer die bessere Wahl.

Wofür Siebdruck typischerweise eingesetzt wird

Große, einheitliche Auflagen mit wenigen Farben sind das Revier des Siebdrucks: Merchandise in hoher Stückzahl, Werbetextilien, Großserien für Handelsketten. Überall dort, wo hunderte identische Drucke gebraucht werden, spielt das Verfahren seinen Mengenvorteil aus.

Pflege

Siebdrucke sind robust: auf links gewaschen bei 30–40 °C halten sie praktisch ein Textilleben lang. Direktes Bügeln auf dem Druck sollte man trotzdem vermeiden.

Siebdruck im Vergleich

Für kleine Auflagen, Einzelstücke und bunte Motive haben moderne digitale Verfahren den Siebdruck weitgehend abgelöst: DTF-Transferdruck und Digitaldruck (DTG) drucken ohne Einrichtungskosten ab dem ersten Stück in unbegrenzten Farben. Für Schriftzüge und Nummern ist der Flex- und Flockdruck eine Alternative, für besonders edle Logos die Stickerei.

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