Sportshirts mit Mustern bis in die Naht, Kissen mit Fotomotiv, Tassen mit Logo: Wo ein Motiv die ganze Fläche einnimmt und trotzdem nicht fühlbar sein soll, ist meist Sublimationsdruck im Spiel. Das Verfahren funktioniert anders als jeder andere Textildruck – und hat eine klare Bedingung.
So funktioniert Sublimation
Das Motiv wird spiegelverkehrt mit speziellen Sublimationstinten auf Transferpapier gedruckt. Papier und Textil kommen dann unter eine Hitzepresse, bei etwa 180 bis 200 °C für rund 30 bis 60 Sekunden. Bei dieser Temperatur geht die Tinte direkt vom festen in den gasförmigen Zustand über – das ist die Sublimation – und dringt in die Polyesterfasern ein, die sich in der Hitze öffnen. Beim Abkühlen schließt sich die Faser wieder, die Farbe sitzt im Material.
- Drucken: Motiv spiegelverkehrt auf Sublimationspapier.
- Pressen: Papier auf das Textil, Hitze und Druck für unter einer Minute.
- Fertig: Kein Fixieren, kein Auswaschen, keine fühlbare Schicht.
Die Bedingung: Polyester und helle Farben
Sublimationstinte verbindet sich nur mit Kunstfasern, vor allem Polyester. Auf reiner Baumwolle hält sie nicht – sie lässt sich auswaschen. Bei Mischgeweben nimmt nur der Polyesteranteil Farbe auf; das Ergebnis wirkt dann blasser, was manchmal als Vintage-Effekt gewollt ist. Für kräftige Farben gilt: je höher der Polyesteranteil, desto besser, ideal sind 100 Prozent.
Zweite Bedingung: Die Tinte ist transparent. Sie kann kein Weiß drucken und dunkle Stoffe nicht aufhellen. Sublimiert wird deshalb auf weiße oder helle Textilien, oder auf beschichtete Oberflächen wie Tassen, Metallschilder und Mousepads.
Die Stärken
- Nicht fühlbar: Die Farbe liegt nicht auf dem Stoff, sondern in der Faser. Das Textil bleibt atmungsaktiv und weich.
- Vollflächig: Motive können bis an die Nähte reichen – Trikots, Sport- und Freizeitbekleidung im All-over-Design entstehen so.
- Fotorealistisch: Verläufe, Fotos und feine Details werden ohne Raster wiedergegeben.
- Sehr waschbeständig: Weil nichts aufliegt, kann auch nichts abplatzen oder rissig werden.
Die Grenzen
- Kein Druck auf Baumwolle, kein Weiß, keine dunklen Stoffe.
- Auf Mischgeweben sind die Farben gedämpft.
- Hitzeempfindliche Materialien vertragen die Presse nicht.
- Farben können bei sehr hoher Sonneneinstrahlung über Jahre nachlassen – wie bei jedem Farbstoff.
Typische Anwendungen
Sportbekleidung aus Polyester (Trikots, Laufshirts, Radtrikots), Fahnen und Banner, Kissenbezüge aus Satinpolyester, Tassen, Puzzles, Schlüsselanhänger und Schilder mit Polymerbeschichtung. Für Baumwollshirts und einfarbige Logos sind andere Verfahren die bessere Wahl – der Verfahrensvergleich ordnet sie ein. Für Fotomotive auf Baumwolle ist der Digitaldruck der Gegenspieler, für dunkle Textilien der DTF-Transfer.